Alle Bücher dieser Welt- Hermann Hesse
Bringen dir keine Glück,
Doch sie weisen dich geheim
In dich selbst zurück.
Dort ist alles, was du brauchst,
Sonne, Stern und Mond,
Denn das Licht, danach du frugst,
In dir selber wohnt.
Weisheit, die du lang gesucht
In den Bücherein,
Leuchtet jetzt aus jedem Blatt -
Denn nun ist sie dein.
"Den Samen von allem, was ich im Sinn habe, finde ich allenthalben - Dies alles gibt es also!" (Johann Georg Hamann 1730-1788)
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Montag, 1. August 2016
BÜCHER - Poems
Dienstag, 19. Juli 2016
STUFEN (Steps) Hermann Hesse
Hermann Hesse – Steps (Stufen)
Wie jede Blüte welkt und jede Jugend
Dem Alter weicht, blüht jede Lebensstufe,
Blüht jede Weisheit auch und jede Tugend
Zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.
Es muß das Herz bei jedem Lebensrufe
Bereit zum Abschied sein und Neubeginne,
Um sich in Tapferkeit und ohne Trauern
In andre, neue Bindungen zu geben.
Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.
Dem Alter weicht, blüht jede Lebensstufe,
Blüht jede Weisheit auch und jede Tugend
Zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.
Es muß das Herz bei jedem Lebensrufe
Bereit zum Abschied sein und Neubeginne,
Um sich in Tapferkeit und ohne Trauern
In andre, neue Bindungen zu geben.
Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.
Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten,
An keinem wie an einer Heimat hängen,
Der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,
Er will uns Stuf' um Stufe heben, weiten.
Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise
Und traulich eingewohnt, so droht Erschlaffen,
Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,
Mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.
An keinem wie an einer Heimat hängen,
Der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,
Er will uns Stuf' um Stufe heben, weiten.
Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise
Und traulich eingewohnt, so droht Erschlaffen,
Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,
Mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.
Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde
Uns neuen Räumen jung entgegen senden,
Des Lebens Ruf an uns wird niemals enden...
Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde!
Uns neuen Räumen jung entgegen senden,
Des Lebens Ruf an uns wird niemals enden...
Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde!
This is a poem from Hermann Hesse, a German poet and writer, entitled “Steps”. It is one of my favourite poems, and I do give a copy to most of the people I meet and consider my friends. Enjoy:
As every blossom fades
and all youth sinks into old age,
so every life’s design, each flower of wisdom,
attains its prime and cannot last forever.
The heart must submit itself courageously
to life’s call without a hint of grief,
A magic dwells in each beginning,
protecting us, telling us how to live.
High purposed we shall traverse realm on realm,
cleaving to none as to a home,
the world of spirit wishes not to fetter us
but raise us higher, step by step.
Scarce in some safe accustomed sphere of life
have we establish a house, then we grow lax;
only he who is ready to journey forth
can throw old habits off.
Maybe death’s hour too will send us out new-born
towards undreamed-lands,
maybe life’s call to us will never find an end
Courage my heart, take leave and fare thee well.
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